Alan Parks: Blutiger Januar

Auftakt der Harry-McCoy-Reihe im Glasgow der 70er Jahre
Blutiger Januar Alan Parks Glasgow Krimi

In Blutiger Januar lässt der Schotte Alan Parks erstmals Detective Harry McCoy ermitteln. Der 30-Jährige ist jüngst aufgestiegen im Police Department und hat es direkt mit einem ungewöhnlichen Fall zu tun. Blutiger Januar war für mich ebenso ein Leseerlebnis wie sein Nachfolger „Tod im Februar“. Ein toller Auftakt zu einer Noir-Krimireihe!

Blutiger Januar – Darum geht’s:

Am 2. Januar des Jahres 1973 erschießt ein junger Mann auf offener Straße eine Frau und richtet sich anschließend selbst. Detective Harry McCoy kann den Mord nicht verhindern, obwohl ihm die Tat vorher von einem verwirrten Gefangenen im berüchtigten Gefängnis Barlinnie angekündigt wurde. Wer ist die Tote, wer der Mörder und warum mussten beide sterben? McCoy beginnt zu ermitteln und legt sich bald mit der einflussreichsten Familie Glasgows, den Dunlops, an. Obwohl sein Vorgesetzter ihm weitere Ermittlungen in diese Richtung verbietet, gräbt McCoy weiter und nutzt seine Verbindungen zur Glasgower Unterwelt, um die Wahrheit herauszufinden.

Noir-Krimi at its best

Zugegeben, man muss schon ein bisschen härter im Nehmen sein bei diesem Krimi und ebenso seinem Nachfolger. Es ist brutal, blutig, sehr düster und kalt – und dass nicht nur, weil das Buch im Januar spielt. In „Blutiger Januar“ stehen die Schattenseiten der Stadt Glasgow im Vordergrund, die in den frühen 70er Jahren von Industrie geprägt und entsprechend schmutzig ist. Einflussreiche Familien in Herrenhäusern stehen dem brutalen Bandenmilieu gegenüber – doch häufig sind die Auswüchse davon gar nicht so verschieden. Musik, Drogen, derbe Sprache, Gewalt und Prostitution spielen eine zentrale Rolle und darauf sollte man sich einlassen können. Wem das gelingt, der liest hier einen Noir-Krimi, der seinesgleichen sucht.

McCoy – ein Cop zwischen zwei Welten

Selbst in einem Heim und damit in zweifelhafter Gesellschaft aufgewachsen, hat Harry McCoy es mit gerade mal 30 Jahren zum Detective geschafft. Doch seine Herkunft lässt ihn nicht los – im Gegenteil: er nutzt seine alten Verbindungen, um bei seinen Ermittlungen voranzukommen. Da spielen Drogen und Korruption durchaus eine Rolle, wobei McCoy seine Ziele nicht aus den Augen verliert. Das bedeutet jedoch auch, dass er auf beiden Seiten aneckt – ob bei Unterwelt-Gangstern oder seinen eigenen Kollegen. Er lebt in beiden Welten und gerade das macht die Figur so authentisch und spannend.

Fazit: Blutiger Januar

Nachdem ich zuerst Band 2, „Tod im Februar“, gelesen hatte, war ich sehr neugierig auf den Auftakt der Reihe – und wurde definitiv nicht enttäuscht. Man erfährt in diesem Band mehr über die Kindheit und Hintergründe von Harry McCoy, sodass es schon ratsam ist, mit Band 1 zu beginnen. Harry McCoy ist tatsächlich ein Cop von recht zweifelhaftem Ruf und doch ist er überaus sympathisch. Er tut vielleicht nicht immer das Richtige, doch seine Beweggründe können als ehrenhaft bezeichnet werden. Für mich bisher eine richtig gute Krimireihe, die zwar sehr brutal und bisweilen sogar eklig ist, doch dabei sehr spannend und fesselnd ist. Der Leser bekommt einen sehr detaillierten und unverblümten Eindruck vom Glasgow der 1970er Jahre, was für mich ebenfalls eine Stärke der Reihe ist. Absolut zu empfehlen für alle Liebhaber von Noir-Krimis und Charakter-Cops.

Wer noch unschlüssig ist, der lässt sich vielleicht vom Autor selbst überzeugen:

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Blutiger Januar

Autor*in: Alan Parks
Kategorie*n: Kriminalroman
ISBN: 978-3-453-27188-3
Verlag: Heyne
Seiten: 400
Copyright: Heyne Hardcore

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