Carsten Kluth: 12 Farben Grün

„Eine Entdeckungsreise durch die Natur“
Carsten Kluth 12 Farben Grün holsteinisches Land Natur Garten Harpercollins

12 Farben Grün ist eine Mischung aus Sachbuch und biografischem Roman, denn der Autor Carsten Kluth beschreibt seine eigenen Erfahrungen. Im Untertitel heißt es „Eine Entdeckungsreise durch die Natur“ und genau das ist dieses Buch.

12 Farben Grün – Darum geht’s

Nach über 20 Jahren in Berlin, beschließen Carsten Kluth und seine Familie, die Großstadt zu verlassen. Sie ziehen aufs holsteinische Land in das ehemalige Haus seines Großvaters. Der Autor kennt das Haus und das dazugehörige Land aus seiner Kindheit und entdeckt es nun noch einmal neu. Auf diese Reise nimmt er den Leser mit und beschreibt die Veränderungen in der Natur über eine Zeitspanne von einem Jahr.

„Ich rede mit den Pflanzen des Gemüsebeetes und mit den Bäumen, ich schaue mich um, und manchmal decken Ideen das Bestehende und manchmal deckt das Bestehende das Zukünftige zu.“ (S. 255)

Ein Jahr in der Natur

Carsten Kluth schreibt über die Veränderungen, die sich an Bäumen, Blumen, bei den Tieren, am Haus und nicht zuletzt bei den Menschen, die darin leben, vollziehen. Er stellt überaus genaue Beobachtungen an, zeigt sowohl die Kraft des neuen Lebens als auch die Vergänglichkeit auf. Diesen Lebenszyklus begleiten die Leser*innen über ein Jahr – das Buch startet mit dem Januar und endet mit dem Dezember. Pro Monat widmet sich der Autor in kleinen nacheinander folgenden Abschnitten immer bestimmten Themen bzw. Pflanzen oder Tieren.

Eine poetische Hommage an die Natur

Mir haben die detaillierten, liebevollen und teilweise fast schon poetischen Beschreibungen der Natur gut gefallen. Es kommen zahlreiche Pflanzen oder auch Tiere zur Sprache, von denen ich noch nie gehört hatte. Auf diese Weise etwas Neues über die Dinge zu erfahren, die eigentlich direkt vor der Haustüre stattfinden, fand ich auf besondere Art spannend. Carsten Kluth beschreibt zudem die Dinge so, wie sie passieren – dazu gehört eben auch der Tod, z.B. eines kleinen Vogels oder einer Maus, die von der Katze gefangen und verspeist wird.

Für dieses Buch braucht man ein bisschen Zeit. Es ist kein klassischer Roman mit einem Handlungsbogen, durch den man durchfliegt. Man muss sich darauf einlassen, dann kann man die Zeit in der Natur sehr gut genießen. Mein Tipp wäre sogar, dieses Buch tatsächlich im Verlauf eines Jahres zu lesen. So lassen sich die Beschreibungen des Monats im Buch wohl am besten mit der Entwicklung im eigenen Garten oder dem Balkon vergleichen.

Fazit: 12 Farben Grün

12 Farben Grün war für mich mal eine ganz andere Art von Buch. Es ist kein klassisches Sach- oder Gartenbuch, da es durch die Beschreibungen und Erlebnisse des Autors sehr persönlich ist. Man kann es hervorragend immer wieder zur Hand nehmen und Carsten Kluth auf seinen Streifzügen durch das alte Haus und das Grundstück auf dem holsteinischen Land als stiller Beobachter begleiten. Ein bisschen naturverbunden sollte man meiner Meinung nach aber dann doch sein. Sonst fällt es vielleicht etwas schwerer, sich wirklich auf diesen Entdeckungsroman einzulassen. ?

12 Farben Grün

Autor*in: Carsten Kluth
Kategorie*n: Sachbuch
ISBN: 9783749900152
Verlag: HarperCollins
Seiten: 320

Jetzt kaufen bei: *

* Affiliate-Links zur kostenfreien Unterstützung dieses Blogs.