Lars Kepler: Der Spiegelmann

Der achte Fall für Kommissar Joona Linna
Lars Kepler Der Spiegelmann Thriller Stockholm Schweden

Der Spiegelmann beschäftigt Kommissar Joona Linna von der schwedischen Polizei im achten Band der Reihe. Für mich war es der erste Band dieser Thrillerreihe vom Autorenduo Lars Kepler. Man kann ihn sehr gut unabhängig von den anderen Bänden lesen und verstehen.

Der Spiegelmann – Darum geht’s:

Jenny Lind wird auf dem Nachhauseweg von der Schule entführt und taucht fünf Jahre später auf einem Spielplatz mitten in Stockholm wieder auf – erhängt an einem Klettergerüst. Der einzige Zeuge der Tat hat psychische Probleme und kann nicht über das Erlebte sprechen. Kommissar Joona Linna bitten seinen Freund, den Hypnotiseur Erik Maria Bark, um Hilfe. Gelingt es ihm, dem Zeugen zu entlocken, wer den Mord begangen hat?

Ein Auf und Ab der Spannung

„Hohes Tempo und nervenaufreibende Spannung…“ – so steht es auf dem Umschlag von „Der Spiegelmann“. Leider kann ich das nur zum Teil bestätigen, denn vor allem das hohe Tempo, dass ich bei einem Thriller eigentlich erwarte, kam erst sehr spät auf. Am Anfang plätscherte die Story für mein Gefühl etwas langsam so dahin, es gibt verschiedene Erzählstränge und Zeitsprünge. Erst etwa ab der Hälfte des Buches nimmt die Handlung so an Fahrt auf, dass sie den Leser auch fesseln kann – allerdings ebenfalls nur stellenweise. Mit dem Zeitpunkt, an dem für alle – sowohl Leser als auch Kommissar – klar ist, wer der Mörder ist, überschlägt sich das Tempo fast. Im letzten Viertel des Buches passiert alles gleichzeitig, sodass man kaum hinterherkommt. Hier hätte ich mir eine ausgeglichenere Verteilung von Tempo und Spannung gewünscht.

Schwer greifbare Personen

Ich gebe zu, dass ich mit Joona Linna nicht richtig warm geworden bin. Vielleicht hat mir dahingehend doch das Wissen und die Entwicklung der Figur über die früheren Bände gefehlt. Er war insgesamt etwas farblos, ich konnte ihn als Mensch schwer greifen. Ebenso ging es mir leider bei den anderen Personen, selbst zu den entführten Mädchen konnte ich keine richtige Verbindung aufbauen. Dadurch war die gesamte Geschichte recht unpersönlich und ich habe sie in einer gewissen Distanz gelesen – eigentliche eher ungewöhnlich für einen Thriller.

Unnötige Informationen

Erschwert hat mir das Lesen auch der Schreibstil. Hier hat es mir an Tempo gefehlt, denn es wurde viel Wert auf Einzelheiten und Detailinformationen gelegt. Mir war das etwas zu viel des Guten, da einige Beschreibungen und Randinformationen nichts mit der Story zu tun hatten und sie in keiner Weise vorangebracht haben. Das verstärkte für mich den Effekt, dass lange einfach nichts passiert. Im krassen Gegensatz dazu stehen die Passagen, in denen es zum Teil äußerst brutal zugeht. Alles in allem also ein Wechselbad der Gefühle.

Fazit: Der Spiegelmann

Die Grundstory von „Der Spiegelmann“ ist durchaus spannend und man möchte eigentlich schon wissen, was mit dem Mädchen passiert ist und warum es Jahre später so grausam sterben musste. Allerdings gab es für mich doch einige Gründe, warum das Buch mich nicht 100%ig überzeugen konnte. Neben inhaltlichen Dingen war das vor allem das Ungleichgewicht des Tempos und der Spannung. Ich könnte mir aber vorstellen, dass eingefleischte Joona-Linna-Fans das Buch mögen werden.

Wer unsicher ist, ob das Buch etwas für ihn ist, dem kann ich das folgende Video empfehlen, in dem die Autoren selbst zu Wort kommen:

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Der Spiegelmann

Autor*in: Lars Kepler
Kategorie*n: Thriller
ISBN: 978-3-7857-2704-1
Verlag: Bastei Lübbe
Seiten: 624
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