Andrea Wulf: Die Abenteuer des Alexander von Humboldt

Die Südamerika-Reise des Forschers als Graphic Novel
Andrea Wulf Lillian Melcher Die Abenteuer des Alexander von Humboldt

Die Abenteuer des Alexander von Humboldt ist eine 2019 erschienene Graphic Novel. Im Comicstil erzählt Andrea Wulf – übersetzt von Gabriele Werbeck – die Reise des deutschen Naturforschers nach Südamerika. Illustriert wurde das Buch von Lillian Melcher.

Die Abenteuer des Alexander von Humboldt – Darum geht’s

Am 5. Juni 1799 verlässt Alexander von Humboldt gemeinsam mit dem Franzosen Aimé Bonpland den Hafen von La Coruña. An Bord der „Pizarro“ nehmen sie zunächst Kurs auf die Kanaren, bevor sie ihre Reise weiter nach Südamerika führt. Insgesamt wird Humboldt fast fünf Jahre unterwegs sein, bevor er wieder Fuß auf europäischen Boden setzt. Die Graphic Novel gibt einen Überblick über den Verlauf der Reise und die Abenteuer, die Humboldt und Bonpland erleben.

Biografie mal anders

Alexander von Humboldt kannte ich natürlich vom Namen her, aber ehrlicherweise habe ich mich bisher noch nie wirklich mit seinem Leben und vor allem den Reisen beschäftigt. Dabei haben seine Entdeckungen und Aufzeichnungen einen enorm wichtigen Beitrag zum Verständnis der Natur beigetragen. Sogar Charles Darwin, der heute als „Vater“ der Evolutionstheorie gilt, hat sich mit Humboldts Forschungen beschäftigt. Mit anderen Worten: Alexander von Humboldt ist durchaus eine Persönlichkeit, die man kennen kann 😊 Wer nicht unbedingt Lust hat, Biografien zu lesen, für den ist die Graphic Novel meiner Meinung nach eine sehr gute Alternative.

Fotos und (Auf-)Zeichnungen

Andrea Wulf und Lillian Melcher ist eine sehr schöne Mischung aus Zeichnungen, Fotos von Originalaufzeichnungen und Texten/Dialogen gelungen. Humboldt selbst führt in kleinen, leicht lesbaren Abschnitten durch das Buch und gibt den roten Faden vor. Dazu gibt es Dialoge im Comicstil mit Sprechblasen, verschriftlichten Geräuschen und Texten, die die übliche Linienform verlassen. So ist man als Leser*in immer mittendrin im Geschehen – und kann nebenbei viele Details entdecken. Das Buch ist meiner Meinung nach schon für ältere Kinder geeignet, doch ich möchte behaupten, dass auch jeder Erwachsene noch etwas lernen kann.

Manifest für die Schönheit der Natur

Besonders gut hat mir gefallen, dass die Liebe für die Natur eigentlich auf jeder Seite deutlich wird. Mit seinen Entdeckungen und dem zunehmenden Verständnis für biologische Zusammenhänge ist Humboldt auch zum Verfechter des Naturschutzes geworden. Schon damals hat er begriffen, dass die Menschen der Natur nicht guttun, wenn deren Nutzung über das verträgliche Maß hinausgeht. Gnadenlose Ausbeutung allein um des Profits willen kritisiert er und ging noch weiter: von Humboldt war entschiedener Gegner der Sklaverei – nicht nur in den USA, sondern überall auf der Welt. Für den Beginn des 19. Jahrhunderts eine doch sehr fortschrittliche Denkweise.

„Ich fürchte, eines Tages wird der Mensch zu fernen Planeten reisen. Und dann wird er diese tödliche Mischung aus Laster, Gier, Gewalt und Ignoranz auch auf diese Planeten bringen – wird sie veröden lassen und verwüsten, wie wir es heute schon mit der Erde machen.“ (S. 59)

Fazit: Die Abenteuer des Alexander von Humboldt

Mit hat die Graphic Novel zu Alexander von Humboldts Südamerika-Reise insgesamt sehr gut gefallen. Im Buch gibt es wirklich viel zu entdecken, häufig Kleinigkeiten und liebevolle Details. Manche Zeichnungen, gerade die der Personen, fand ich dennoch ein bisschen grob und unproportional. Aber die Botschaft zählt und diese kam deutlich zum Tragen. Ein schön illustriertes Buch, das man wirklich gut zusammen mit Kindern lesen und durchblättern kann. Für interessierte Leser*innen bietet das Quellenverzeichnis außerdem weiterführende Literaturtipps und Internetquellen. Von mir gibt’s eine Leseempfehlung!

Die Abenteuer des Alexander von Humboldt

Autor*in: Andrea Wulf
Kategorie*n: Graphic Novel
ISBN: 978-3-570-10350-0
Verlag: C. Bertelsmann
Seiten: 272
Copyright: C. Bertelsmann

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