Frank Kodiak: Amissa – Die Vermissten

Zweiter Teil der geplanten Amissa-Trilogie
Frank Kodiak Amissa Die Vermissten Andreas Winkelmann Droemer Knaur

Mit Amissa – Die Vermissten setzt Frank Kodiak aka. Andreas Winkelmann seine Reihe um Rica und Jan Kantzius fort. Noch immer gehen sie den Machenschaften rund um vermisste Personen nach und geraten selbst in Gefahr…

Die Vermissten – Darum geht’s

Mit ihren Recherchen über die Organisation „Amissa“, die weltweit nach vermissten Personen sucht, jedoch in düstere Machenschaften verwickelt zu sein scheint, kommen Jan und Rica Kantzius nicht richtig voran. Dann meldet sich eine junge Frau, die ihnen etwas über die „Missing Order“ erzählen will. Das Treffen endet jedoch in einer Katastrophe und dann verschwindet Rica. Jan heftet sich an ihre Fersen, um sie zu retten. Parallel verschwindet der Pizzabote David Stoll spurlos. Die Polizei ist ratlos, doch seine Schwester Issy gibt nicht auf und sucht ihn auf eigene Faust.

Ein Verwirrspiel

Wer Geld hat, kann sich alles kaufen – auch einen Menschen. Einfach und gefahrlos über „Missing Order“. Doch wie gehören das und „Amissa“ zusammen? Das ist wohl die Grundfrage des Thrillers, die in diesem Teil nur häppchenweise geklärt wird. Mithilfe verschiedener Stränge, die zunächst recht verwirrend sind, baut Frank Kodiak die Handlung auf. Die Leser*innen folgen sowohl Jan und Rica als auch verschiedenen vermissten Personen, die „bestellt“ wurden. Außerdem ist da noch Issy, die ihren ganz eigenen Weg geht.

Platte Dialoge und viele Klischees

Wie schon der erste Band ist auch dieser hier recht rasant in der Handlung, man kommt wirklich schnell voran, es liest sich flüssig. Schaut man sich Dialoge oder auch die Charaktere genauer an, muss ich leider sagen, dass diese für meinen Geschmack wirklich sehr oberflächlich bleiben. Dieser Eindruck kam für mich vor allem in den Abschnitten mit Issy zum Tragen, in denen das Gesagte zum Teil absolut platt und schlicht inhaltslos ist.

Darüber könnte man noch hinwegsehen, geht man davon aus, dass ein Thriller in erster Linie rasant und in gewisser Weise brutal sein soll. Es muss natürlich nicht immer tiefgründige Literatur sein, sondern darf selbstverständlich gern unterhalten! Was mich jedoch richtig gestört hat, sind die Klischees, die hier teilweise wahllos einfach aneinandergereiht wurden. Das betraf sowohl Personenbeschreibungen als auch stereotype Handlungs- oder Sprechweisen. Vieles davon ist für den Fortgang der Story nicht ausschlaggebend – warum also nicht einfach weglassen?

„Fluch“ der Trilogie

Die Vermissten war für mich leider ein typischer „Sandwich-Band“ – Ereignisse aus dem ersten Band werden fortgeführt, neue Stränge werden eröffnet, jedoch nicht final aufgelöst. Mich konnte Band 1 „Amissa – Die Verlorenen“ im vergangenen Jahr durchaus überzeugen, den Auftakt um Rica und Jan Kantzius fand ich sehr spannend und vielversprechend. Leider konnte Band 2 dieses Niveau meiner Meinung nach nicht halten – weder spannungs- noch inhaltstechnisch. Positiv überrascht hat mich der Twist gegen Ende des Buches, den ich so nicht habe kommen sehen. Danach bleibt die Geschichte offen und endet mit einem Cliffhanger, der den dritten Band einläutet.

Fazit: Die Vermissten

Ich bin ehrlich: Die Fortsetzung der Amissa-Reihe hat mich leider nicht überzeugt. Über einige hier genannte Kritikpunkte kann man eventuell hinwegsehen, aber das Klischee-Bashing war mir einfach zu viel. Dazu tröge, oberflächliche Dialoge und wenige wirklich spannungsgeladene Momente. Nein, das war leider nichts ☹ Ich bin unsicher, ob ich Band 3 eine Chance gebe, wenn er im kommenden Jahr erscheint.

Amissa – Die Vermissten

Autor*in: Frank Kodiak
Kategorie*n: Thriller
ISBN: 978-3-426-30764-9
Verlag: Droemer Knaur
Seiten: 432
Copyright: Droemer Knaur

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