Emma Stonex: Die Leuchtturmwärter

Was geschah mit den drei Männern, die spurlos von ihrem Leuchtturm verschwanden?
Emma Stonex Die Leuchtturmwärter The Lamplighters S Fischer Verlag Cornwall

Die Leuchtturmwärter ist das Romandebüt von Emma Stonex, die sich dafür von einer wahren Begebenheit inspirieren ließ. Im Jahr 1900 verschwanden drei Wärter von einem Leuchtturm auf den Äußeren Hebriden. Die Autorin verlegt das Geschehen ihres – nach eigener Aussage – völlig fiktiven Romans in die 1970er und 1990er Jahre.

Die Leuchtturmwärter – Darum geht’s:

Silvester 1972: Ein Boot mit der Ablösung nähert sich der „Maiden“, einem einsamen Leuchtturm mitten im Meer, irgendwo vor der Küste Cornwalls. Doch niemand erwartet das Boot – als man schließlich die Tür aufbricht, ist der Turm leer. Der Tisch ist gedeckt, die Uhren sind stehengeblieben – und von den drei Wärtern fehlt jede Spur. Auch zwanzig Jahre später ist das Rätsel über den Verbleib von Arthur, William und Vincent ungelöst. Ein Autor, der darüber schreiben will, kommt mit den drei Frauen, die die Männer einst zurückließen, ins Gespräch und zum ersten Mal brechen diese ihr Schweigen…

Roman mit Krimielementen

Direkt zu Beginn wird man als Leser*in in das Mysterium „hineingeworfen“ – man begleitet den Bootsführer, der wie ausgemacht die Ablösung zum Leuchtturm bringt, und stellt mit ihm fest, dass der Turm leer ist. Es ist ein absolutes Rätsel, wie drei Männer gleichzeitig verschwinden konnten – obwohl alle Türen geschlossen sind. Ich gebe zu, dass ich das Szenario extrem spannend fand und schon nach wenigen Seiten unbedingt wissen wollte, was passiert ist. Nach und nach lernt man mehr über die Personen – drei Männer und ihre jeweilige Frau – und rätselt insgeheim weiter, wie ihre Lebe verstrickt sind und wie letztlich alles zusammenhängt.

Das Buch baut die Story langsam, aber mit stetiger unterschwelliger Spannung auf. Man spürt, dass etwas Schlimmes auf diesem Leuchtturm geschehen sein muss – doch was? Und wer war es? Der Roman hat an einigen Stellen viel von einem Krimi, auch wenn die typischen Elemente eher unterschwellig „eingebaut“ sind. Die Kombination hat mir richtig gut gefallen.

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Interviews ohne Dialog

Die Geschichte spielt auf den beiden Zeitebenen 1972 und genau 20 Jahre später 1992. Der Part Ende 1972 – es sind die Tage vor und nach Weihnachten – dreht sich ausschließlich um die Männer und wird aus deren Sicht erzählt. Abwechselnd erhält man Einblick in das (Seelen-)Leben von Arthur, dem Oberwärter, William und Vincent. Man erfährt nach und nach, was ihnen in der Vergangenheit widerfahren ist. Der zweite Teil 1992 wird hingegen von den Frauen dominiert – allen voran Helen, Arthurs Frau, Jenny (Williams Frau) und Michelle, die damalige Freundin von Vincent.

Sie alle werden von einem Schriftsteller interviewt, der aus dem Stoff ein Buch machen will. Keine der Frauen hat in all den Jahren mit jemandem über die Geschehnisse gesprochen und so kommen einige Geheimnisse ans Licht, die letztlich Licht ins Dunkel bringen. Interessant fand ich den Stil der Interviews: Man liest nur die Antworten der Frauen, die Fragen und ggf. Einwürfe des Schriftstellers sind nicht abgedruckt. Es erschließt sich allerdings alles beim Lesen.

Fazit: Die Leuchtturmwärter

Ich habe das Romanedebüt von Emma Stonex sehr gern gelesen. Zwischendurch hatte ich das Hörbuch gehört, das passenderweise von einem Sprecher und einer Sprecherin (Tessa Mittelstaedt und Timo Weisschnur) gesprochen wird. Ich fand die Geschichte die gesamte Zeit über spannend und wollte wissen, was auf dem Turm geschehen ist. Die Lösung hat sich irgendwann abgezeichnet, aber ich hatte sie so nicht erwartet. Von mir gibt’s definitiv eine Leseempfehlung!

Die Leuchtturmwärter

Autor*in: Emma Stonex
Kategorie*n: Roman
ISBN: 978-3-10-397037-1
Verlag: S. Fischer
Seiten: 432
Copyright: S. Fischer

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