Linus Geschke: Engelsgrund

Furioses Finale der Born-Trilogie
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Engelsgrund ist der dritte und letzte Band der Thriller-Reihe um den Ex-Polizisten Alexander Born. Linus Geschke hat noch einmal eine Schippe draufgelegt und mit dem Band ein gelungenes Finale geschaffen!

Engelsgrund – Darum geht’s:

Carla Diaz, Borns ehemalige Kollegin von der Sitte, wendet sich verzweifelt an den Ex-Polizisten: Ihre Tochter Malin hat sich einer Gemeinschaft namens „Cernunnos“ angeschlossen, die ihren Sitz in Engelsgrund hat. Zwei ehemalige Mitglieder dieser Sekte wurden bestialisch ermordet und Carla hat Angst um ihre Tochter. Born bemüht sich, Malin aus der Gemeinschaft herauszuholen, doch er scheitert. Helfen kann ihm nur noch sein Widersacher Andrej Wolkow, der ihm einen Gefallen schuldet. Doch der russische Gangsterboss spielt ein doppeltes Spiel…

Rasant, brutal – ein gekonnter Thriller

Innerhalb von zwei Tagen habe ich die knapp 400 Seiten von „Engelsgrund“ verschlungen, nicht zuletzt, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es mit Born und Wolkow weitergeht und schließlich endet. Von Beginn an schickt Autor Linus Geschke sowohl seinen Protagonisten als auch den Leser auf eine Reise durch ein Wechselbad der Gefühle. In diesem Band sterben zwei Frauen, beide auf durchaus bestialische Weise. Doch die Morde als solche und wie sie durchgeführt worden, stehen gar nicht unbedingt im Zentrum der Erzählung. Viel mehr liegt der Fokus auf dem letztlich unerbittlichen Katz-und-Maus-Spiel zwischen Born und Wolkow. Nur einer kann daraus als Sieger hervorgehen und das weiß man auch als Leser.

Durchweg hohe Spannung

Schon der Prolog zieht einen direkt in die Handlung hinein, schnell baut sich Spannung auf, die über alle Kapitel hinweg konstant hochgehalten wird. Die Perspektiven wechseln zwischen Born, Carla, Andrej Wolkow, Malin und Artjom, dem jungen Russen, den Wolkow als verdeckten Beschützer nach Engelsgrund schickt. Hinzu kommt in sehr kurz gehaltenen Kapiteln die Ich-Perspektive des Mörders, bei dessen Identität ich bis zuletzt im Dunkeln tappte. Die Auflösung ist geschickt gemacht und war für mich absolut unvorhersehbar. Wie zu erwarten war, schließt die Trilogie mit einem Showdown zwischen Born und Wolkow ab, dessen Ausgang dennoch überrascht. Linus Geschke bietet im Epilog ein recht offenes Ende an, bei dem jeder Leser selbst entscheiden kann, welcher Fortgang ihm am liebsten wäre.

Harte Schale, weicher Kern

Diese Formulierung trifft auf mehrere Charaktere in „Engelsgrund“ und nicht zuletzt in der gesamten Trilogie zu. Es geht um Moral, Aufrichtigkeit, den Einsatz für die eigenen Interessen, aber auch um Liebe, tiefe Gefühle und strategisches Denken, wie es beispielsweise das Schachspiel erfordert. Alles zusammen mit einem wirklich flüssig zu lesenden Schreibstil ergibt einen richtig guten Thriller, der fesselt und Schnappatmung verursacht.

Fazit: Engelsgrund

Mir hat „Engelsgrund“ wirklich gut gefallen und ich halte das Buch für einen würdigen Abschluss der Born-Trilogie. Hier und da hätte das Lektorat noch einmal die Stringenz des Namens vom 2. Opfer überprüfen können, doch ansonsten gibt es nichts zu meckern. Ein sehr guter, solider und doch tiefgründiger Thriller, der von mir sehr gern eine Leseempfehlung erhält. Man sollte jedoch tatsächlich mit „Tannenstein“ beginnen. Die Fälle sind als solche zwar abgeschlossen, aber die Parallelhandlung zwischen Born und Wolkow zieht sich durch alle drei Bände und sollte chronologisch gelesen werden!

Daher hier noch einmal die Links zu den Rezensionen der anderen beiden Teile:
Rezension zu „Tannenstein“
Rezension zu „Finsterthal“

Engelsgrund

Autor*in: Linus Geschke
Kategorie*n: Thriller
ISBN: 978-3-423-26272-9
Verlag: dtv
Seiten: 400
Copyright: dtv
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