Mariana Leky: Erste Hilfe

Mit Freundschaft und Zusammenhalt schafft man alles
Erste Hilfe Mariana Leky Titel

Erste Hilfe ist Mariana Lekys erster Roman und erschien erstmals 2004 als Hardcover. Mir lag die kartonierte Neuauflage von 2018 vor. Nach „Was man von hier aus sehen kann“ war ich gespannt auf ein vorheriges Werk der Autorin.

Darum geht’s:
Die Ich-Erzählerin, deren Namen nicht genannt wird, arbeitet in einem Laden für Kleintierbedarf und wohnt zusammen mit dem Frauenschwarm Sylvester. Eines Abends klingelt Matilda und bittet um Unterschlupf. Sie hat ein Problem: Sie hat Angst verrückt zu werden. Gemeinsam nehmen die drei es mit dem unsichtbaren, übermächtigen Gegner auf und helfen sich damit gegenseitig. Und dann ist da noch „Januar“, der größte Hund der Welt.

Skurrile Geschichte einer Freundschaft

Die Ich-Erzählerin müsste eigentlich ihre Magisterarbeit schreiben, arbeitet aber doch lieber bei Herrn Mohn im Kleintierbedarf. Sylvester wird von zahlreichen Frauen geliebt, doch Sylvester liebt sie nicht ganz so sehr. Und Matilda? Matilda kann eines Tages einfach nicht mehr über die Straße gehen – sie hat Angst, dass sie dann das Verrücktsein überrollt. Mariana Leky würfelt in dieser Geschichte drei Personen zusammen, die jeder für sich „Erste Hilfe“ benötigen. Die Protagonisten und das gesamte Setting sind skurril, doch auf ihre eigene Weise liebenswert. Durch tiefe Freundschaft, Verständnis und gegenseitige Hilfe können die drei es schaffen, mit den Problemen fertig zu werden.

Schwieriges Thema, zu leicht erzählt

Matilda hat im Roman Angst davor, verrückt zu werden und kann deshalb einfach nicht mehr über die Straße gehen. Was auf den ersten Blick irgendwie schrullig klingt, ist nur ein Beispiel für alle möglichen Ängste, die Menschen tagtäglich befallen – manchmal aus heiterem Himmel. Der Weg, auf dem die drei Freunde Matildas Ängsten begegnen ist geradezu leichtfüßig, fast schon trivial und mit einem gewissen Humor erzählt. Dennoch: Es geht um Angststörungen und dieses Thema wird meiner Meinung nach etwas zu oberflächlich angeschnitten. Matilda macht eine kurze Therapie und alles wird gut. Ich denke, dass es im wahren Leben jedoch viel länger braucht, um solcher Ängste Herr zu werden und mit ihnen zu leben.

Fazit: Erste Hilfe

Erste Hilfe ist ohne Zweifel ein schöner Roman, der von der Freundschaft der drei Protagonisten lebt. Jeder, der ebenfalls solche Freunde sein Eigen nennt, kann sich wohl glücklich schätzen. Doch ich gebe zu, dass mich die Figuren und nicht zuletzt die Handlung nicht so fesseln und „vom Hocker hauen“ konnten, wie es bei „Was man von hier aus sehen kann“ der Fall war. Die Figuren hätten deutlich tiefgründiger sein können und mich hat gestört, dass alle drei so planlos in ihren Leben festhingen. Lekys Schreibstil ist gewöhnungsbedürftig, sie verwendet sehr kurze Sätze und viele Wiederholungen. Es passt zur Geschichte, aber ist dem Lesefluss nicht unbedingt dienlich. Meine Erwartungen an das Buch konnte es leider nicht so ganz erfüllen.

Erste Hilfe

Autor: Mariana Leky
Kategorie*n: Roman
ISBN: 978-3-8321-6458-4
Verlag: Dumont
Seiten: 192
Copyright: Dumont Verlag
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