Anna Schneider: Grenzfall – Ihr Schrei in der Nacht

Zweiter Fall für deutsch-österreichisches Ermittlerduo
Anna Schneider Grenzfall Ihr Schrei in der Nacht Deutschland Österreich Karwendel

Ihr Schrei in der Nacht – verhallt im dichten Schnellfall, der die Grenzregion Karwendel im April noch einmal einholt. Es ist der Beginn des zweiten Falls für das deutsch-österreichische Ermittlerteam Alexa Jahn und Bernhard Krammer. Anna Schneider legt damit einen weiteren atmosphärischen Krimi nach.

Ihr Schrei in der Nacht – Darum geht’s:

In der Jachenau verschwindet ein Mädchen auf dem Heimweg zu ihren Eltern. Fast zeitgleich gibt es einen ähnlichen Vorfall in einem Studentenwohnheim in Innsbruck: Auch hier verschwinden zwei Mädchen spurlos. Eine Zusammenarbeit ist zunächst nicht möglich, da heftiger Schneefall die Grenzregion beinahe zum Erliegen bringt. Als auf deutscher Seite zwei weitere Jugendliche verschwinden, ahnt Bernhard Krammer Schlimmes. Das Vorgehen erinnert ihn an einen alten Fall in Wien, den er nie lösen könnte. Noch bevor er seiner deutschen Kollegin Alexa Jahn von seinem Verdacht erzählen kann, macht diese einen schweren Fehler.

Langsamer Start, temporeicher Schluss

Der Prolog startet unheimlich spannend und sehr atmosphärisch: Im dichten Schneetreiben wird ein Mädchen niedergeschlagen und kommt nie zu Hause bei ihren Eltern an. Die sich anschließende Suche, die Alexa Jahn und ihr Kollege Huber übernehmen, zieht sich ein bisschen. Parallel gehen Krammer und seine Kollegin Roza Szabo in Innsbruck dem Verschwinden zweier Studentinnen nach und kommen ebenso langsam voran. Etwa ab der Hälfte nimmt der Krimi aber deutlich an Fahrt auf und endet temporeich mit sich überschlagenden Ereignissen. Recht lang sind die Zusammenhänge nicht klar, doch irgendwann kristallisiert sich das Motiv und auch der Mörder heraus.

Das war – ohne zu viel verraten zu wollen – sehr interessant und zugegeben auch etwas erschreckend, da ich davon vorher noch nie wirklich etwas gehört hatte. Um was es genau geht, müssen die Leser*innen jedoch wirklich selbst herausfinden, denn das zu erklären, würde nicht ohne Spoiler funktionieren. Ich hoffe, ich habe euch ausreichend neugierig gemacht 😉

Nahtloser Übergang

Wer Band 1 – „Grenzfall – Der Tod in ihren Augen“ – gelesen hat, kann sich freuen, denn Band 2 knüpft direkt an die Ereignisse an. Das erste Buch endete mit einem Cliffhanger, der selbstverständlich aufgegriffen wird, aber glücklicherweise nicht im Mittelpunkt steht. Das hätte dem Auftakt des Buches weitere Spannung genommen, insofern: gut gelöst! Auch das Ende von Band 2 macht durchaus Lust auf die Fortsetzung. Denn Krammer hat nach wie vor eine Rechnung offen und der Spieler, der verschollen schien, ist wieder zurück im Spiel.

Fazit: Grenzfall – Ihr Schrei in der Nacht

Trotz anfänglicher Längen und einiger Wiederholungen – Warum wird gefühlt zehnmal erwähnt, dass Szabos Brille einen roten Rand hat? – hat mir das Buch gut gefallen. „Ihr Schrei in der Nacht“ war für mich auch nochmal etwas spannender als Band 1, „Der Tod in ihren Augen“. Meine anfängliche Befürchtung, dass gerade Alexas Privatleben zu viel Raum einnimmt, hat sich glücklicherweise nicht bestätigt. So war es für mich insgesamt ein spannendes Leseerlebnis und ich freue mich auf Band 3, der im Frühjahr 2023 erscheint.

Grenzfall – Ihr Schrei in der Nacht

Autor*in: Anna Schneider
Kategorie*n: Kriminalroman
ISBN: 978-3-596-70546-7
Verlag: S. Fischer
Seiten: 432

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