Zoë Beck: Paradise City

Düstere Zukunftsversion von Deutschland
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Paradise City ist ein Thriller – oder wohl eher eine Dystopie – von Zoë Beck, der 2020 erschienen ist. Die Autorin schildert darin eine Zukunftsversion von Deutschland, die auf den ersten Blick nett erscheint, auf den zweiten Blick jedoch ziemlich düster ist…

Paradise City – Darum geht’s:

Deutschland, irgendwann in der Zukunft: Die Küsten sind überschwemmt, in ländlichen Gegenden leben kaum noch Menschen, Regierungssitz in Frankfurt/Main. Sie ist zur Mega-City geworden, in der die Einwohner alles haben, was sie brauchen. Liina arbeitet verdeckt für eines der letzten unabhängigen Nachrichtenportale. Statt an einer, wie sie glaubt, brisanten Story zu arbeiten, wird sie in die Uckermark geschickt, um einem Hinweis nachzugehen. In der Zwischenzeit hat ihr Chef einen beinahe tödlichen Unfall, eine andere Kollegin wird ermordet. Gemeinsam mit einigen Vertrauten steigt sie tiefer in die Materie ein, an der die beiden gearbeitet haben. Bald stößt Liina auf eine grausame Wahrheit…

Dystopische Zukunftsvision

Klimaerwärmung, überschwemmte Küsten, Drohnen und digitale Überwachung in Echtzeit – die Version der Zukunft, die Zoë Beck in „Paradise City“ beschreibt, ist – leider – gar nicht mal so weit weg, wie man meinen möchte. Das Leben von in der Mega-City Frankfurt und den Kontrast zum Umland konnte ich mir dank der Beschreibungen sehr gut vorstellen und fand sie durchaus realistisch.

Fast ein bisschen gruselig fand ich das Gesundheitssystem, um das es auch vertieft in der Story geht. Jede*r Einwohner*in hat eine Art kleines Gerät, das in Echtzeit Standort und Körperdaten erfasst, gleichzeitig auch eine Art Handy und Smart Management System ist. Liina beispielsweise wird gewarnt, wenn ihre Pulsfrequenz zu hoch ist, wann sie ihre Medikamente nehmen soll und dass sie etwas trinken oder sich ausruhen soll. Diese Art Überwachung spielt für das Buch eine zentrale Rolle und war ein wirklich spannendes Detail.

Zwischen Abhängigkeit und Freiheit

Liina steht als Reporterin ein wenig zwischen den Stühlen. Zum einen ist sie Teil von Paradise City, die sie nicht anders kennt – ein Vorher gibt es nur in ihrer frühestens Kindheitserinnerung. Andererseits jedoch arbeitet sie für ein unabhängiges Nachrichtenportal und beginnt, die Dinge um sie herum nach und nach wesentlich kritischer zu sehen. Vor allem, als ihr Chef den Unfall hat und auch ihr eigenes Leben massiv fremdbestimmt wird. Ich fand Liina anfangs etwas kühl uns distanziert, mit der Zeit jedoch mochte ich ihre Art. Auch die anderen Personen sind gut gezeichnet – man rätselt die gesamte Zeit, wer Freund und wer Feind ist.

Fazit: Paradise City

Mich hat das Buch schon auf den ersten Seiten in seinen Bann gezogen. Die Story ist rasant, kommt schnell zum Punkt, es gibt keine unnötigen Nebenstränge oder Perspektivwechsel. Tote gibt es selbstverständlich auch, wenn auch (glücklicherweise) kein sinnloses Gemetzel. Insgesamt hat „Paradise City“ eigentlich alles, was man von einem Thriller erwarten kann. Hinzukommt das Setting in der Zukunft und die eher düstere Version davon. Ich habe das Buch wirklich sehr gern gelesen – mir gefiel Becks Schreibstil, der etwas nüchtern wirkt, damit aber umso besser zu diesem rasanten Thriller passte.

Paradise City

Autor*in: Zoë Beck
Kategorie*n: Thriller
ISBN: 978-3-518-47055-8
Verlag: Suhrkamp
Seiten: 280
Copyright: Suhrkamp

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