Regina Denk: Die Schwarzgeherin

Eine mutige Frau und der Preis der Freiheit
17. Oktober 2025
Regina Denk Die Schwarzgeherin Droemer Knaur Tirol

Die Schwarzgeherin führt die Leser*innen tief hinein in die Tiroler Alpen, ins späte 19. Jahrhundert und damit in eine Gesellschaft, die von Regeln und Traditionen geprägt ist. Die Autorin Regina Denk, bisher als Krimiautorin unter dem Pseudonym Fanny König bekannt, wagt sich damit an eher düsteren und eindringlichen Stoff.

Die Schwarzgeherin – Darum geht’s:

Theres, das einzige Kind des Lachermeyer-Hofs, wächst in einem abgelegenen Bergdorf in den Tiroler Alpen auf. Schon früh spürt sie, dass das Leben, welches für sie vorbestimmt ist, nicht dem entspricht, was sie will. Als der mysteriöse Fremde – Xaver – ins Dorf kommt, sieht sie ihre Chance auf Freiheit. Die anderen halten ihn jedoch für einen Wilderer und stellen ihm eine Falle. Danach ist Xaver spurlos verschwunden und Theres verzweifelt. Sie entscheidet sich, die Sicherheit der Dorfgemeinschaft zu verlassen und als Schwarzgeherin allein in den Hochalpen zu leben. Für das Kind in ihrem Bauch trifft sie diese Entscheidung mit, doch die Vergangenheit ruht nicht.

Freiheit oder Sicherheit?

Eigene Entscheidungen treffen, die Zukunft selbst gestalten und gleichberechtigt leben – im Europa des ausgehenden 19. Jahrhunderts war das für eine Frau nahezu undenkbar. Vor allem, wenn sie aus einem kleinen, eher isolierten Dorf inmitten der Tiroler Alpen stammt. Die Protagonistin Theres lernt früh im Leben, dass es Regeln gibt und einen Weg, der für eine Frau wie sie vorbestimmt zu sein scheint. Wer ausbricht, riskiert nahezu alles: Ansehen, Auskommen, Würde. Dennoch entscheidet sie sich für die Freiheit, die in Form von Xaver zum Greifen nah scheint. Die Konsequenzen nimmt sie dabei mutig in Kauf.

Zwei Generationen, ein Schicksal

Als Theres die sichere Dorfgemeinschaft hinter sich lässt, ist sie schwanger. Ihre Tochter Maria lernen die Leser*innen ebenfalls kennen und auch sie wird erwachsen. Die beiden Frauen sind geduldet, weil sie Wissen über Kräuter und Geburten haben, aber eigentlich möchte niemand etwas mit ihnen zu tun haben. Als Maria sich in den Sohn vom Xantner-Hof verliebt, scheint sich die Geschichte zu wiederholen…

Fazit: Die Schwarzgeherin

Mit „Die Schwarzgeherin“ hat Regina Denk meiner Meinung nach eine tiefgründige Story und gleichzeitig ein Gesellschaftsporträt des späten 19. Jahrhunderts geschaffen. Das Buch lebt von starken Frauenfiguren und macht deutlich, welche weitreichenden Konsequenzen der Wunsch nach Freiheit und Selbstbestimmung hatte. Das Setting fand ich äußerst stimmungsvoll, ich konnte mir das Dorf, die Höfe und die Menschen darin sehr gut bildlich vorstellen. Der Roman passt – so finde ich – hervorragend in die Herbst- oder Winterzeit. Eine klare Leseempfehlung!

Die Schwarzgeherin

Autor*in: Regina Denk
Übersetzung: -
Kategorie*n: Historischer Roman
ISBN: 978-3-426-44723-9
Verlag: Droemer Knaur
Seiten: 416
Copyright: Droemer Knaur

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