Gordon Tyrie: Schottensterben

Cosy Crime mit einem Hochlandrind auf den Hebriden
Gordon Tyrie Schottensterben Titel

Das Buch Schottensterben durfte ich als Rezensionsexemplar vom Verlag Droemer Knaur lesen. Nach „Todesströmung“ ist es das zweite Buch, das Thomas Kastura als Gordon Tyrie veröffentlicht und das auf den Schottland vorgelagerten Inseln spielt.

Schottensterben: Darum geht’s:

Nach einer stürmischen Nacht spült das Meer eine Leiche an den beschaulichen Strand der Hebriden-Insel Gigha – eine Leiche in voller Schottenmontur. Ist es McKechnie, der berühmte Schauspieler, der auf der Insel einen Film drehen will? Weder der Eigenbrötler Nicol, der die Leiche findet, noch die anderen Bewohner der Insel haben großes Interesse daran, dass der Tote gefunden oder gar die Polizei gerufen wird. Doch was tun mit dem toten Schotten? Und dann ist da noch „Thin Lizzy“, ein störrisches „soziopathisches“ Hochlandrind, das seine ganz eigene Mission verfolgt…

„Es hieß Thin Lizzy. Der Name war irreführend, denn Lizzy wog fast eine Tonne. Sie sonderte sich stets von der Herde ab und war ein bisschen soziopathisch veranlagt, aus einem Grund, den Hynch nicht kannte.“ (S. 15)

Feinste Cosy-Crime-Unterhaltung

Schon auf den ersten Seiten nimmt die Geschichte an Fahrt auf und strotzt nur so vor schwarzem Humor. Die Story ist ungewöhnlich, schon allein deshalb, weil es zwar einen Toten gibt, aber die Polizei im gesamten Buch keinerlei Rolle spielt. Die Inselbewohner kümmern sich selbst um das „Problem“, wobei jede Menge Geheimnisse und Verstrickungen ans Tageslicht kommen. Dabei ist der Fall dennoch spannend, denn als Leser kann man sich bis zum Schluss keinen Reim darauf machen, was in der stürmischen Nacht auf der Insel passiert ist, ob wirklich McKechnie der Tote ist und warum er sterben musste. Die Auflösung fand ich logisch und gelungen, für mich blieben keine Fragen offen.

Kauzige Charaktere und ein Hochlandrind

Vorn im Buch gibt es einen kurzen Überblick zu den handelnden Personen im Buch, ebenso eine Karte zur geografischen Einordnung der Insel Gigha. Diese Informationen sind recht hilfreich, obwohl die Personenriege übersichtlich ist. Man kann sie eigentlich auch nicht verwechseln, denn jede Figur hat ihre ganz spezifischen Eigenarten, die man im Großen und Ganzen als wunderschön kauzig und ein bisschen schrullig bezeichnen kann. Sprache und Schreibstil von Tyrie sind erfrischend und gut lesbar, generell schwingt ein schwarzer Humor in der Geschichte mit, der den Leser schmunzeln und zuweilen laut auflachen lässt. Wer schon einmal in Schottland war und die Menschen kennengelernt hat, kann sich die Charaktere im Buch sehr bildlich vorstellen.

Der heimliche Star des Buches ist allerdings Lizzy, eigentlich „Thin Lizzy“, ein Hochlandrind mit echten Gefühlen und einem störrischen Kopf. Auch aus ihrer Perspektive werden einige Kapitel erzählt, was für mich eine lustige Abwechslung und mal etwas anderes war. Generell sind die Kapitel kurz gehalten und der Leser begleitet abwechselnd die Inselbewohner. Am Ende schließt sich der Kreis. Und: Man lernt noch etwas über Nautik. Vieles spielt sich in diesem Buch auf Booten ab und es werden allerlei Begriffe aus der Seefahrt genutzt. Dazu hätte ich mir vielleicht ein kleines Glossar gewünscht, denn nicht alle nautischen Wörter sind geläufig.

Fazit: Schottensterben

Schottensterben von Gordon Tyrie kann ich jedem Schottland- und Cosy-Crime-Fan ans Herz legen. Die Geschichte ist spannend und gleichzeitig erfrischend komisch, sodass man nur so durch die Kapitel fliegt. Ich hatte ein tolles Lesevergnügen, vor allem wegen Thin Lizzy, die mir echt sympathisch war – genauso wie die anderen Insulaner von Gigha.

Schottensterben

Autor: Gordon Tyrie
Kategorie*n: Kriminalroman
ISBN: 978-3-426-30732-8
Verlag: Droemer Knaur
Seiten: 368
Copyright: Droemer Knaur
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