Lotte Petri: Teufelswerk

Makabre Art zu Morden, Satanismus oder doch ein Fall für den Exorzisten?
Teufelswerk Lotte Petri

Teufelswerk, das Thrillerdebüt der dänischen Autorin Lotte Petri, hat mich nur zwei Tage lang begleitet, dann war ich auch schon durch die knapp 400 Seiten durch. Das lag zum einen am Spannungsbogen und zum anderen an kurzen Kapiteln und gelungenen Perspektivwechseln.

Darum geht’s:
Auf dem Kopenhagener Friedhof Assistens Kirkegård müssen über 1000 Skelette dem Bau einer U-Bahn-Linie weichen. Die Rechtsanthropologin Josefine Jespersen ist mit vor Ort, um für die reibungslose Exhumierung der Knochen zu sorgen und gleichzeitig Erkenntnisse für die Wissenschaft zu gewinnen. Als Rita, Josefines Freundin und Arbeitskollegin, bestialisch ermordet in einem der offenen Gräber gefunden wird, werden schnell Stimmen nach einem bösen Omen und der Störung der Totenruhe laut. Die Ermittlungen übernimmt Alexander „Xander“ Damgaard, der auf Josefines Expertise zurückgreift. Es geschehen weitere Morde und jedes Mal hinterlässt der Täter als Zeichen ein umgekehrtes Kreuz am Tatort. Die Frage, ob hier ein psychisch gestörter Mörder oder eine vom Teufel besessene Kreatur am Werk ist, ruft nicht zuletzt einen katholischen Priester auf den Plan.

Echtes Teufelswerk?

Die Thematik an sich ist spannend, Lotte Petri bedient sich bekannten Elementen, setzt sie aber zu einer neuen Geschichte zusammen. Der Spannungsbogen wird gut gehalten über die Kapitel hinweg und ich muss sagen, dass mich der Schluss überrascht hat. Ich hatte bis zum Ende nicht wirklich eine Ahnung, wer hinter allem steckt und warum. Allerdings war mir die eigentliche Auflösung des Falls dann doch ein bisschen zu seicht. Die Figuren, allen voran Josefine Jespersen und Xander Damgaard, sind durchaus sympathisch, auch wenn mir hier und da noch ein bisschen Hintergrundinformationen und die Tiefe gefehlt haben. Die obligatorische Annäherungsszene fand ich ehrlich gesagt zu viel und an der Stelle der Geschichte eher unpassend. Sollte Teufelswerk der Auftakt zu einer Reihe sein, hätte ich das eventuell für einen späteren Zeit aufgehoben.

Gutes Debüt mit Steigerungspotenzial

Das Thema Satanismus wird aufgegriffen, eine echte Teufelsaustreibung ist auch dabei und insgesamt ist es für mich ein Krimi mit dem ein oder anderen Gruselmoment à la „Der Exorzist“. Allerdings waren mir einige Elemente sogar zu viel: Ich hatte ein bisschen das Gefühl, dass Lotte Petri sehr viele unterschiedliche Stränge in Teufelswerk einbringen wollte und meines Erachtens ist das nicht zu 100 Prozent gelungen. Hinzu kam, dass die Beschreibungen der Morde zu Beginn durchaus Thrillerpotenzial hatten, leider haben die Details bei den späteren Morden deutlich abgenommen, was ich persönlich schade fand. Sehr gut gefallen hingegen haben mir die kurzen Kapitel, die die Spannung aufrecht erhalten konnten, sowie die Perspektivwechsel zwischen Josefine, Xander und den Opfern.

Fazit: Teufelswerk

Kurz gesagt: Es war ein gutes Debüt mit Spannung und Gruselmomenten, aber durchaus ausbaufähig. Für mich eine Spur zu viel gewollt, dafür an manchen Stellen zu seicht. Ich bin gespannt, ob es eine Fortsetzung gibt. Wenn ja, könnte ich mir vorstellen, den auch zu lesen.

Teufelswerk

Autor: Lotte Petri
Kategorie*n: Thriller
ISBN: 978-3-442-48958-9
Verlag: Goldmann
Seiten: 400
Copyright: Goldmann Verlag
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