Natasha Korsakova: Tödliche Sonate

Ein Mord im künstlerischen Milieu der ewigen Stadt
Natasha Korsakova Tödliche Sonate Kriminalroman Rom Violine Stradivari

Tödliche Sonate ist der erste Kriminalroman von Natasha Korsakova, die hauptberuflich als Violinsolistin auf den Bühnen der Welt steht. So wundert es nicht, dass sich Commissario Di Bernardos erster Fall mit dem Tod einer Musikagentin und der Geschichte einer berühmten Violine beschäftigt.

Tödliche Sonate – Darum geht’s:

Die in den Kreisen der klassischen Musik gefürchtete Musikagentin Cornelia Giordano wird brutal ermordet in ihrem Büro aufgefunden. Commissario Dionisio Di Bernardo, erst kürzlich nach Rom versetzt, beginnt zu ermitteln. Zusammen mit seinem Kollegen Del Pino taucht er ein in die Welt der Musikkünstler ein, die bisweilen gnadenlos ist. Schnell stellen sie fest, dass die Giordano mehr Feinde als Freunde hatte – selbst in der eigenen Familie. Und dann ist da noch die berühmteste Violine der Welt: die „Messias“ von Stradivari. Doch was hat sie mit dem Mord zu tun?

Interessante Einblicke

Da Natasha Korsakova selbst Violinistin ist, hatte ich das Gefühl, das hier jemand schreibt, der wirklich „vom Fach“ ist. Die Einblicke in die Welt der klassischen Musik mit all ihren Licht- und Schattenseiten fand ich sehr interessant und Vieles war mir so nicht bewusst. Einen Mord in diesem Milieu kann man sich durchaus vorstellen. In diesem Fall ist der Kreis der Verdächtigen ziemlich groß, denn Cornelia Giordano war alles andere als beliebt. Sogar ihre Söhne und ihre Nichte sind nicht von den Ermittlungen ausgeschlossen.

Ein sympathischer Commissario

Dionisio Di Bernardo mochte ich als Figur sehr gern, denn er ist vielschichtig, sehr überlegt und doch ein Genussmensch. Ein wenig erinnerte er mich an Donna Leons Commissario Brunetti 😉 Man erfährt einiges über seinen Hintergrund und die Vergangenheit in Kalabrien, das ein oder andere Rätsel wird jedoch noch nicht gelöst. Bei den Ermittlungen geben er und sein Ispettore Roberto Del Pino ein tolles Gespann ab, das sich sehr gut versteht und ergänzt. Beiden wohnt neben dem kriminalistischen Spürsinn außerdem der Sinn für gutes italienisches Essen inne.

Ein solider Kriminalroman

Die Geschichte entwickelt sich langsam, aber fundiert, bis zuletzt ist der Plot logisch und nachvollziehbar aufgebaut. Das schätze ich persönlich sehr an Kriminalromanen. Unterbrochen wird die Handlung in der Gegenwart durch Rückblenden in die Vergangenheit, die sich um die Geschichte und Weitergabe von Stradivaris berühmter Violine „Messias“ drehen. Nach und nach versteht man, was die Historie mit der Gegenwart zu tun hat und schließlich treffen sich die Stränge. Das war sehr gut gelöst. Im Mittelteil hatte das Buch für mich so seine Längen, wobei hier und da die Spannung etwas auf der Strecke blieb.

Insgesamt gesehen ist es aber ein solider Krimi, der in einem besonderen Milieu spielt. Wobei ich denke, dass man doch wenigstens ein gewisses Interesse an klassischer Musik oder doch wenigstens an Kunst und Kultur haben sollte, um richtig in die Geschichte eintauchen zu können. Wer damit gar nichts anfangen kann, wird sich womöglich nicht richtig mit dem Buch identifizieren können. Mir persönlich hat gut gefallen, dass diese Welt auch für den Commissario und Del Pino neu war, sodass gewisse Begrifflichkeiten erklärt werden. Das kommt selbstverständlich auch den unwissenden Leser*innen zugute 😊.

Fazit: Tödliche Sonate

Mit „Tödliche Sonate“ hat Natasha Korsakova einen Reihenauftakt geschrieben, der für mich vieles vereint, was ich an Krimis schätze: ein sympathischer Kommissar mit Charakter, aber ohne zu viele persönliche Probleme, eine historische Komponente, gute und spannende Ermittlungsarbeit sowie überzeugende Sprache und Dialoge. Ich bin sehr gespannt auf Di Bernardos zweiten Fall, der 2019 erschienen ist.

*Vielen Dank an dieser Stelle für das Rezensionsexemplar!

Tödliche Sonate

Autor*in: Natasha Korsakova
Kategorie*n: Kriminalroman
ISBN: 978-3-453-42267-4
Verlag: Heyne
Seiten: 448
Copyright: Heyne Verlag

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