Volker Kutscher: TRANSATLANTIK

Das Warten hat ein Ende: Hat Gereon Rath überlebt?
Volker Kutscher Transatlantik Gereon Rath Babylon Berlin Piper Verlag

Transatlantik ist der lang ersehnte neunte Band der Gereon-Rath-Reihe von Volker Kutscher. Nach dem wirklich üblen Cliffhanger von „Olympia“, dem Vorgängerband, werden die Leser*innen bzw. Fans der Reihe endlich erlöst, was die Frage betrifft: Hat Gereon überlebt?

Transatlantik – Darum geht’s:

Berlin, 1937: Nach den Olympischen Spielen spitzt sich die Lage in der Hauptstadt zu, vor allem für die Familie Rath. Charlotte Rath, geb. Ritter, wollte längst im Ausland sein, doch die Umstände halten sie zurück: Ihr ehemaliger Pflegesohn Fritze ist festgenommen und in die Nervenheilanstalt Wittenau eingeliefert worden. Zudem ist ihre beste Freundin Greta spurlos verschwunden und nicht nur das, sie steht außerdem unter Mordverdacht. Für Gereon hingegen, der zwischenzeitlich untergetaucht ist, wird es in Deutschland zu heiß, er besteigt ein Zeppelin in Richtung Vereinigte Staaten. Doch auch dort warten Menschen, die ihn kennen und darauf warten, eine Rechnung begleichen zu können…

***ACHTUNG: SPOILER***

Gereon verlässt das Land, Charly übernimmt

Nach dem Ende von „Olympia“ stand die im wahrsten Sinne brennende Frage im Raum, ob Gereon Rath einen der verheerendsten Unfälle der Luftfahrtgeschichte überlebt hat. Wer denkt, dass er die Antwort darauf gleich auf den ersten Seiten von „Transatlantik“ findet, der irrt! Das Buch setzt nämlich etwas eher an, was mir persönlich gut gefallen hat, denn so bleibt genügend Raum, um die Umstände zu beschreiben, die letztlich zur Ausreise führen. An der Seite einer Figur, die die meisten noch aus den ersten Rath-Romanen kennen dürften, macht sich Gereon unter falschem Namen auf den Weg in die USA.

In Berlin hält währenddessen Charlotte „Charly“ Rath die Stellung und sieht sich mehreren Herausforderungen gegenüber. Sie setzt alles daran, ihren ehemaligen Pflegesohn Fritze mittels Gerichtsverfahren aus der Nervenheilanstalt Wittenau herauszupauken, in die er nach seiner Festnahme in Breslau gesperrt wurde. Wer genau wissen will, wie es dazu kam, dem sei an dieser Stelle der kurze Band „Mitte“ von Kutscher, illustriert von Kat Menschik und erschienen im Galiani Verlag, empfohlen. Als wäre diese Aufgabe nicht schon nervenaufreibend genug, muss sich Charly auch mit dem Verschwinden ihrer besten Freundin auseinandersetzen: Als die Leiche ihres ehemaligen Liebhabers, ein SS-Mann, gefunden wird, steht Greta nämlich unter dringendem Tatverdacht. Gemeinsam mit Gereon Raths Nachfolger, Kommissar Andreas Lange, versucht Charly, den Mordfall aufzuklären und ihre Freundin vom Mordverdacht zu befreien.

Das Ende naht…

Zumindest das Ende dieser grandiosen Reihe – und das ist mehr als schade! Aber „Transatlantik“ merkt man doch an manchen Stellen an, dass nur noch ein weiterer Band folgen wird. Einige Erzählstränge, die seit mehreren Bänden oder gar seit Beginn an Teil der Reihe sind, finden bereits in diesem Band ihr Ende bzw. ihre Auflösung. Aber es bleiben doch genügend Fragen offen, die die Freude auf den zehnten und letzten Band steigern. Glücklicherweise gab es dieses Mal keinen ganz so argen Cliffhanger, sodass sich das Warten etwas erträglicher gestaltet 😀

Kutscher in absoluter Höchstform

Während andere Reihen mit zunehmendem Fortgang häufig an Spannung und manchmal leider auch an Qualität verlieren, kann ich das von der Rath-Reihe mitnichten behaupten! Im Gegenteil: Für mich ist die Reihe stetig besser geworden. „Marlow“ und „Olympia“ waren für mich Höhepunkte und auch „Transatlantik“ steht dieser Entwicklung in nichts nach. Volker Kutscher ist meiner Meinung nach ein begnadeter Schreiber, der es schafft, Handlung, Figuren und reale geschichtliche Ereignisse so zu verknüpfen, dass daraus eine spannende historische Krimireihe auf höchstem Erzählniveau wird. Einfach nur gut!

Fazit: Transatlantik

Falls ihr es bisher noch nicht gemerkt habt, hier nochmal ganz deutlich: Ich liebe die Gereon-Rath-Reihe! Als Fan der ersten Stunde konnte ich es kaum erwarten, endlich den neuen Band zu lesen. Und ihr ahnt es schon: Auch nach diesem gebe ich eine uneingeschränkte Leseempfehlung, und zwar für die gesamte Reihe! Dahingehend der Tipp, unbedingt mit dem ersten Band „Der nasse Fisch“ zu starten. Denn gerade die zuletzt erschienenen Bände sind absolut keine Stand-alones, die Handlung baut aufeinander auf und gerade für „Transatlantik“ braucht man das Vorwissen aus den Vorgängerbänden, speziell aus „Olympia“. Wer die Reihe also noch vor sich hat: Lucky you! 😊

Transatlantik

Autor*in: Volker Kutscher
ISBN: 978-3-492-07177-2
Verlag: Piper
Seiten: 592
Copyright: Piper Verlag

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