Westend ist der (wahrscheinlich) letzte Band der Krimireihe um Kommissar Rath und gleichzeitig das dritte Buch, das Kat Menschik illustriert hat. Autor der Reihe ist Volker Kutscher.
Westend – darum geht’s:
Wir schreiben das Jahr 1973, Gereon Rath – Kriminalhauptkommissar a.D. – ist längst in Rente und wohnt in einem privaten Seniorenheim. Prof. Dr. Hans Singer führt ein Interview mit ihm, in dem es um die Polizeiarbeit in der Weimarer Republik und später während der NS-Zeit gehen soll. Doch die Fragen werden zunehmend privat und später kommt eine weitere Interviewperson hinzu, die Gereon Rath nur allzu gut bekannt ist.
Alle Fragen geklärt
Mich hatte der letzte „richtige“ Band – „Rath“ – durchaus etwas ratlos zurückgelassen, denn die Geschichte rund um Gereon, Charly und alle anderen Figuren dieser Reihe endet recht abrupt im Jahr 1938. Ich war also froh, als die Ankündigung kam, dass es einen letzten kleinen Band geben wird mit Namen „Westend“. Und tatsächlich: Wer dieses schmale Büchlein von gerade 100 Seiten liest, braucht die ganze Reihe eigentlich nicht mehr lesen 😊 Gut, das mag übertrieben sein, aber es wird doch reichlich gespoilert. Das Positive für all jene, die die Reihe kennen und lieben, ist aber, dass sie damit wirklich einen Abschluss findet.
In der Rückschau durch Gereon Rath erfährt man, wie es ihm und allen anderen Figuren nach 1938 und später nach dem Krieg weitergegangen ist. Einige Wendungen sind dabei durchaus überraschend, manche Schicksale muss man leider einfach so hinnehmen, wie sie berichtet werden. Alles in allem wird die Reihe dadurch aber „rund“ und mich persönlich hat dieser Abschluss nun endlich befriedigt.
Gereon und Charly
Hauptrollen spielen – wie sollte es anders sein – auch in diesem letzten Roman Gereon und Charly Rath. Die komplizierte Beziehung der beiden war von Beginn an ein eigener Erzählstrang und blieb nach Band zehn zunächst ebenfalls recht offen. Mit „Westend“ wird auch klarer, wie es den beiden Figuren später ergangen ist. Hier möchte ich nicht zu viel verraten.
Große Empfehlung
… und zwar nicht nur für diesen Band, sondern für die gesamte Reihe. Für mich ist es nach wie vor eine der besten deutschsprachigen Krimireihen. Nicht nur wegen der Figuren, sondern vor allem auch wegen der Rechercheleistung, die Volker Kutscher hier betrieben hat. Sie spiegelt die Geschichte der Weimarer Republik und allem, was danach kam, so lebendig wider, dass man eintauchen kann in die damalige Zeit. Meiner Meinung nach extrem gut gelungen und daher äußerst lesenswert.
Fazit: Westend
Lesen – und zwar die ganze Reihe von vorn! Mehr kann ich dazu eigentlich nicht sagen 😊 Mir hat „Westend“ als Abschluss gut gefallen und ich habe große Lust, Gereon, Charly und Co. in einem Reread nochmal ganz neu kennenzulernen…




