Max Küng: Fremde Freunde

Unterhaltsamer Sommerroman mit Witz und Biss
Max Küng Fremde Freunde Frankreich Sommerroman Roman Kein und Aber Verlag

Mit Fremde Freunde liefert der Schweizer Autor, Reporter und Kolumnist Max Küng einen lockeren, teils bissigen Sommerroman. Ein unterhaltsames Kammerspiel, das perfekt für den Urlaub geeignet ist.

Fremde Freunde – Darum geht’s:

Drei Familien und ein Ferienhaus in Frankreich: Jean und Jacqueline besitzen ein kleines Häuschen in Frankreich und laden kurzerhand die Eltern der beiden besten Freunde ihres Sohnes ein. Es soll eine Woche voller Spaß, Ausflüge und gegenseitigem Kennenlernen werden. Außerdem: die Ruhe und gutes Essen genießen – sprichwörtlich wie Gott in Frankreich. Doch es kommt natürlich alles ganz anders als gedacht…

Treffen sich sechs Fremde…

Die Söhn sind beste Freunde – Grund genug, sich gegenseitig besser kennenzulernen. So der Plan von Jean und Jacqueline, die die beiden Ehepaare Filipp und Salome sowie Bernhard und Veronika in ihr Ferienhaus einladen. Nebenbei sollen die anderen Gefallen am Haus finden, denn es gibt einen weiteren Plan. Alles beginnt zunächst ganz nett, etwas verhalten, höflich – das typische gegenseitige „Beschnuppern“. Durch Perspektivwechsel bekommt man schnell einen Eindruck von den Charakteren und ihren Macken. Es wird außerdem nach und nach klar, dass nicht überall eitel Sonnenschein herrscht und jedes Paar mit seinen Problemen kämpft. Die Fassade wird jedoch gnadenlos aufrechterhalten.

Mit Biss und Witz

Sprachlich hat mir das Buch sehr gut gefallen. Max Küng weiß mit Formulierungen umzugehen und baut sowohl Witz als auch bissigen Sarkasmus in seine Dialoge ein. Zudem werden auch die einzelnen Personen über die Sprache definiert – Filipp zum Beispiel ist sehr vulgär in seiner Ausdrucksweise, Jacqueline ist ein wenig naiv und Veronika schweigt lieber und denkt sich ihren Teil. Auch die anderen haben typische Sprach- und Denkmuster – das hat mir recht gut gefallen. Das Buch ist außerdem sehr schön übersichtlich eingeteilt in die fünf Ferientage sowie jeweils untergeordnete, sprechende Kapitel.

Das gewisse Etwas fehlte

Der Roman ist sommerlich-leicht, das Setting eigentlich ganz schön – doch ich habe das französische Flair ein wenig vermisst. Hier hatte ich mir etwas mehr erhofft. Erwartet hatte ich außerdem, dass sich die Ereignisse deutlich dramatischer zuspitzen. Es gibt diese Situation, doch letztlich fand ich deren Auflösung leider ein wenig banal und irgendwie zu weit hergeholt. Ansonsten plätschert die Story eher langsam dahin, ganz so, wie der Kanal, an dem das Ferienhäuschen liegt. Die Geschichte hätte meiner Meinung nach Potenzial für noch etwas mehr „Drama“ gehabt, doch das ist sicherlich subjektiv und Geschmacksache.

Fazit: Fremde Freunde

Insgesamt habe ich „Fremde Freunde“ von Max Küng gerne gelesen. Es ist ein unterhaltsamer Sommerroman, unaufgeregt und bestens als Urlaubslektüre geeignet. Für mich war die Story dennoch etwas zu flach und geradlinig, die Figuren sind mir nicht wirklich ans Herz gewachsen. Obwohl ihre Gedanken und Gefühle durchaus gut wiedergegeben werden, blieben die sechs Personen doch etwas blass und keine*r war mir wirklich sympathisch. Ich möchte trotzdem eine Leseempfehlung aussprechen, denn sprachlich hat mich der Roman überzeugt und das Setting passt einfach hervorragend in den Sommer!

Fremde Freunde

Autor*in: Max Küng
Kategorie*n: Roman
ISBN: 978-3-0369-5838-5
Verlag: Kein & Aber
Seiten: 432

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