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Der Begriff „Roman“ findet sich auf fast jedem Buch, das sich der Belletristik zuordnen lässt. Manchmal steht es allein, manchmal in Verbindung mit einem Subgenre, zum Beispiel „Kriminalroman“ oder „Liebesroman“. Doch was bedeutet Roman eigentlich und wie grenzt er sich von anderen schriftlichen Erzählungen ab?

Roman – fiktionale Erzählung

Der Roman hat eine recht lange Geschichte und hat über die Jahrhunderte nicht immer dasselbe bedeutet. Daher ist es auch heute nicht ganz einfach, den Roman klar zu definieren. Es ist einfacher, ihn abzugrenzen, sprich zusammenzufassen, was er nicht ist. Einigkeit unter den Literaturwissenschaftlern herrscht beispielsweise darüber, dass der Roman vor allem eine fiktive Erzählung ist. Damit grenzt er sich von faktischen Erzählungen ab, die beispielsweise historische Wahrheiten wiedergeben oder Lehr- und Sachbücher sind. Auch Biografien gehören damit streng genommen nicht zum Genre Roman, da sie das wahre Leben einer Person widerspiegeln.

Der Roman gilt als Prosa, allerdings als Langform der schriftlichen Erzählung. Das heißt, die (fiktionale) Handlung erstreckt sich meist über mehrere hundert Seiten hinweg. Schon allein durch diese Länge grenzt sich der Roman damit von anderen prosaischen, ebenfalls fiktionalen Erzählungen ab. Denn Novellen, Kurzgeschichten, Märchen/Fabeln oder auch Legenden sind in der Regel deutlich kürzer. Einige davon, vor allem Märchen oder Fabeln, haben außerdem eine moralische Komponente oder eine Art Lehre, die der Leser aus der Erzählung ziehen kann. Bei einem Roman muss das nicht unbedingt der Fall sein. Er kann beispielsweise auch moralisch verwerfliche Themen behandeln.

Subgenres des Romans

Ein Buch ausschließlich als Roman zu benennen, ist häufig zu oberflächlich, da der Begriff einfach zu umfassend ist. Je nach Kernpunkt der Erzählung, der Art der Protagonisten oder wo und wann ein Roman spielt, lassen sich diverse Subgenres des Romans unterscheiden. Zu beachten ist allerdings, dass sich häufig Mischgenres finden, d.h. dass sich manche Romane nicht eindeutig nur zu einer der Kategorien zuordnen lässt, sondern zu mehreren. Hier kommen die wichtigsten Subgenres des Romans, die sich klar voneinander unterscheiden lassen:
 

  • Abenteuerroman: In dieser Form erlebt der Held – oder die Gruppe von Helden – ein Abenteuer. Er macht eine Reise, die ihn an neue Ufer führt, sucht einen Schatz oder muss Prüfungen bestehen. Gute Beispiele sind „Der Graf von Monte Christo“, „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“ oder „Robinson Crusoe“.
  • Bildungsroman: Das Subgenre ist eng mit dem Entwicklungsroman und der Coming-of-Age-Story verknüpft. Bei allen drei Romantypen steht die Entwicklung des Helden im Mittelpunkt. Häufig geht es dabei um die Jahre, die zwischen Jugend und Erwachsenwerden liegen.
  • Briefroman: Dieses Genre zeichnet sich durch die besondere Schreibweise aus, denn sämtliche wichtige Informationen erfährt der Leser durch Briefe. Diese werden in der Regel durch die Hauptfigur sowie durch verschiedene Nebenfiguren verfasst. Aus Briefen und Antwortbriefen ergibt sich so der Plot der Handlung. Ein klassisches Beispiel ist Goethes „Die Leiden des jungen Werther“. Eine Briefroman der neueren Zeit ist etwa „Deine Juliet“ von Mary Ann Shaffer und Annie Barrows.
  • Comicroman, auch Grafischer Roman oder Graphic Novel: Anders als die klassischen Comichefte sind Graphic Novels häufig Comics in (gebundener) Buchform, die ein eher ernstes Thema beleuchten. Dabei bedienen sie sich jedoch Comicelementen, wie großformatige Bilder mit Sprechblasen und kurzen Bildunterschriften.
  • Detektivroman: Anders als beim Kriminal- oder Polizistenroman ist der Protagonist ein Detektiv. Er versucht auf „privater“ Basis Fälle für einen oder mehrere Klienten zu lösen. Dabei geht es häufig um Vermisstenfälle, Erpressungen oder andere Vorkommnisse, bei denen der Detektiv Licht ins Dunkel bringen soll.
  • Dystopie: Dabei handelt es sich um eine fiktionale Erzählung, die in der Zukunft spielt, jedoch – im Gegensatz zur Utopie – negativ behaftet ist, weil sie meist keinen glücklichen Ausgang findet. Ein recht bekanntes Beispiel ist Margaret Atwoods Dystopie zum fiktiven Staat Gilead in „The Handmaid’s Tale“.
  • Erotikroman: Spätestens seit „Fifty Shades of Grey“ ist der Erotikroman gesellschaftsfähig. Zentrales Thema ist die Erotik bzw. Sex in all seinen Facetten.
  • Fantasyroman: Obwohl das Genre eng mit Science-Fiction und Horror verwandt ist, stehen bei Fantasyromanen vor allem übernatürliche, märchenhafte und magische Elemente im Vordergrund. Das schlägt sich sowohl in den Welten nieder, in denen die Handlung angesiedelt ist, als auch in den Wesen, die darin vorkommen. So zählen beispielsweise „Der Herr der Ringe“ oder „Game of Thrones“ zum Fantasygenre.
  • Gesellschaftsroman: Hierzu gehören Romane, die neben der Handlung auch den räumlichen oder eben sozialen Umständen der Handelnden einen gewissen Raum bieten. So werden gesellschaftliche Zustände näher beleuchtet oder bestimmte Daseinsformen. Diese sind auf die jeweilige Gegenwart bezogen, was Gesellschaftsromane von historischen Romanen unterscheidet.
  • Historischer Roman: Die in der Regel fiktive Handlung ist in früheren Zeiten angesiedelt bzw. von einer gewissen Geschichtsinterpretation geprägt. Es können darin auch historische Persönlichkeiten vorkommen, die tatsächlich existiert haben, doch es besteht durchaus kein Anspruch an die Vollständigkeit und Richtigkeit ihrer Handlungen und Aussagen.
  • Horrorroman: Schaurige, angsteinflößende oder übernatürliche Elemente sind fester Bestandteil von Horrorgeschichten. Die handelnden Wesen – Monster, Untote, Dämonen, usw. – haben häufig böse Absichten und grausame Motive. Historische Vertreter des Genres sind etwa Edgar Allen Poe oder Bram Stoker mit „Dracula“, der bekannteste Vertreter der Gegenwart ist unbestritten Stephen King.
  • Jugendroman: Kinder- und Jugendromane richten sich an junge Leser, die das Erwachsenenalter noch nicht erreicht haben. Entsprechend behandeln diese Romane auch Themen, wie sie für Kinder und junge Erwachsene wichtig sind.
  • Kriegsroman: Der Krieg mit all seinen Schrecken steht im Mittelpunkt oder bilden die Kulisse für die Handlungen des Protagonisten. In der Regel gehören Kriegsromane zu den historischen Romanen. Antikriegsromane stellen explizit die Sinnlosigkeit von Kampfhandlungen in den Fokus. „Im Westen nichts Neues“ von Erich Maria Remarque ist eines der bekanntesten Bücher dieses Genres.
  • Kriminalroman: Ein oder mehrere Verbrechen und vor allem deren Aufklärung sind Gegenstand von Kriminalromanen, die mittlerweile einen nicht unerheblichen Teil der Belletristik ausmachen. Der Kriminalroman hat unterschiedlichste Erzählformen sowie mehrere eigene Subgenres hervorgebracht. Eines davon ist etwa der Historische Kriminalroman.
  • Liebesroman: Anders als beim Erotikroman, bei dem vor allem die körperliche Komponente eine zentrale Rolle spielt, behandelt der Liebesroman auch die tiefere emotionale Beziehung zweier oder mehrerer Protagonisten. Sehr häufig überwinden diese ein Hindernis oder Problem und in der Regel gibt es ein Happy End.
  • Psychologischer Roman: Wie der Name verrät, steht das innere Seelenleben und die psychische Verfassung des Protagonisten im Mittelpunkt dieses Romangenres. Dabei können Sinnkrisen oder moralische Fragen von Bedeutung sein.
  • Science-Fiction-Roman: Ebenso wie Fantasyromane entführen Science-Fiction-Werke den Leser meist in fremde Welten, häufig auf fremde Planeten, in Raumschiffe oder eine utopische Form der Zukunft. Dabei spielen jedoch statt fantastischer Element eher wissenschaftlich-technische Elemente eine Rolle, die durchaus einen Anspruch an die Realität und Durchführbarkeit haben.
  • Spionageroman, auch Agentenroman: Das Genre hat seinen Ursprung in verfeindeten Nationen, Krieg bzw. im Kalten Krieg, in dem Agenten eine tragende Rolle hatten. Spionageromane bzw. -thriller sind ein eigenes Genre, kein Subgenre des Kriminalromans. Bekanntester Vertreter ist wahrscheinlich Ian Flemings „James Bond 007“.
  • Thriller: Typisch für Thriller sind kurze Kapitel mit Cliffhangern und eine rasante Handlung mit anhaltend hohem Spannungsbogen, die einen „thrill“ – englisch für „Schauer“, „Erregung“ – erzeugt. Subgenres sind unter anderem Psychothriller, Agententhriller oder Politthriller.
  • Westernroman, auch Wildwestroman oder Wildwester: Der Wilde Westen der USA und das Leben dort ist Handlungsgegenstand dieser Unterhaltungsromane, die ihren Ursprung im 19. Jahrhundert haben. In der Regel spielen die Verstrickungen/Konflikte zwischen Cowboys/weißen Siedlern und Amerikanischen Ureinwohnern eine wichtige Rolle.