Simon Beckett: Knochenkälte

In David Hunters siebtem Fall wird es gruselig…
27. Dezember 2025
Simon Beckett Knochenkälte David Hunter Anthropologe Forensiker Rowohlt

Knochenkälte heißt der von Fans lang ersehnte neueste Band um den forensischen Anthropologen David Hunter. Mehrere Jahre sind seit der letzten Veröffentlichung von Simon Beckett vergangen – entsprechend gespannt war ich auf dieses Buch…

Knochenkälte – Darum geht’s:

Dr. David Hunter ist auf dem Weg zu einem Fall, bei dem er assistieren soll, doch im Lake District gerät er in einen Schneesturm. Er strandet in einem verlassenen Hotel, dem Hillside House, und verbringt eine Nacht in dem gruseligen großen Haus. Am nächsten Morgen hat ein Erdrutsch die einzige Zufahrtsstraße zum Ort zerstört, Strom- und Telefonleitungen sind gekappt. Hunter ist gezwungen zu bleiben. Bei einem Spaziergang durch den Wald, auf der Suche nach Handyempfang, stößt er auf ein Skelett. Es hängt im Wurzelwerk eines knorrigen Baumes, den der Sturm zu Fall gebracht hat. Die Polizei zu alarmieren, gelingt nicht, doch Hunters Fund bleibt nicht lange unbemerkt.

Solide Fortsetzung der Reihe

Die ersten Bände der Hunter-Reihe habe ich regelrecht verschlungen und nach der langen Pause und dem meiner Meinung nach wenig gelungenen Auftakt einer neuen Reihe war ich sehr gespannt auf „Knochenkälte“. So ganz an die Spannung der früheren Bücher kann das neue Werk, wie ich finde, nicht anknüpfen. Nichtsdestotrotz ist es ein wirklich solider Krimi nach dem recht üblichen Schema: Eine Gruppe von Menschen ist „gefangen“ an einem Ort und dann gibt es eine Leiche – oder in diesem Fall alte Knochen. Dahinter steckt eine aber eine recht gut konstruierte Geschichte, die sich vor vielen Jahren im kleinen Dorf Edendale ereignete und nie aufgeklärt wurde.

Ein bisschen Krimi, ein bisschen „The Shining“

Abgelegenes, leerstehendes Hotel, Schneesturm und merkwürdige Ereignisse – erinnert doch direkt ein wenig an Steven Kings „The Shining“. Zugegeben, die Atmosphäre des Hotels ist schon ein bisschen gruselig, ausgestopfte Tiere und komische Geräusche tun ihr Übriges. Das war wirklich gut beschrieben und auch generell wirkte der Ort am Fuße der Cumbrian Mountains nicht sehr einladend. Die Gewissheit, dass jemand ganz und gar nicht glücklich mit dem Fund der alten Knochen ist, macht es natürlich umso gefährlicher. Also, auch wenn der Aufbau einem klassischen „Whodunit“ entspricht, ist der Fall doch individuell und durchaus vielschichtig.

Fazit: Knochenkälte

Ich hatte mich sehr auf „Knochenkälte“ und ein Wiederlesen mit David Hunter gefreut – und ich wurde nicht enttäuscht. Der Krimi ist gut konstruiert und hält doch ein paar falsche Fährten bereit. Ich habe den Roman gern gelesen, zumal er wieder in einem anderen Teil Großbritanniens spielte, der bisher nicht vorkam. Das ist für mich jedes Mal so ein kleines Easteregg, auf das ich mich freue. Insgesamt empfehlenswert und eine durchaus gelungene Fortsetzung der Reihe um den sympathischen Forensiker.

Knochenkälte

Autor*in: Simon Beckett
Übersetzung: Sabine Längsfeld, Karen Witthuhn
Kategorie*n: Kriminalroman
ISBN: 978-3-8052-0054-7
Verlag: Rowohlt
Seiten: 464
Copyright: Rowohlt

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